2019-11-25_15h15_40

Dieser Sieg ist Balsam für die in letzter Zeit etwas geschundene Seele der Seen Tigers. Gerechnet werde konnte im Vorfeld nicht mit einem Sieg der Seemer, schon gar nicht in dieser Höhe. Andelfingen ist gut in die Saison gestartet und gewann auch das Spiel zum Saisonauftakt gegen die Tigers vor etwas mehr als einem Monat noch deutlich, wobei eine Nicht-Leistung der Winterthurer einen grossen Anteil an diesem Verdikt hatte. So war die Devise vor der Partie auch klar, dass ein Sieg nur mit Disziplin, einer agilen Deckung und einer hohen Angriffseffizienz zu realisieren sein wird.

Beiden Teams gelang der Start zumindest offensivtechnisch gut, wobei beiden Abwehrreihen im Umkehrschluss kein gutes Zeugnis ausgestellt werden konnte. Positiv aus Seemer Sicht war, dass der Angriff im Vergleich zum Spiel gegen den SV Fides, als in den ersten 15 Minuten nur mickrige zwei Törchen erzielt wurden, funktionierte. Wie im Hinspiel gelang es den Zürcher Weinländern, sich nach einem Viertel der Spielzeit etwas abzusetzen. Die Tigers präsentierten sich von ihrer undisziplinierten Seite, nahmen überhastete Abschlüsse, begingen technische Fehler. Solche Unzulänglichkeiten nutzt Andelfingen aus, das ist mittlerweile bekannt. Mit schnell vorgetragenen Kontern erhöhten die Gäste die Differenz und plötzlich sahen sich die Seemer mit einem 9:14 Rückstand konfrontiert. Statt wie im Hinspiel die Flinte ins Korn zu werfen, arbeitete sich das Heimteam zurück in die Partie. Die Defensive wirkte nun konzentrierter und zeigte sich in der engen Mattenbachhalle vor allem im Zentrum massiver. Auch Andelfingen schnitzerte fortan und schnell schmolz der erarbeitete Vorsprung dahin. Mit 15:16 wechselten die Kontrahenten die Seiten.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit agierten die Tigers noch in Unterzahl, eine dumme Strafe vor der Sirene war Grund dafür. Der offensiven Durchschlagskraft tat dies keinen Abbruch, im Gegenteil. Die gesamte zweite Halbzeit wurde flüssiger Angriffshandball gespielt und die Deckung agierte nun noch eine Spur kompakter, was es Torhüter Hauser leichter machte, Würfe aus der zweiten Reihe zu parieren. Die Tigers raubten den Gästen die Lust am Spiel, womit auch der Widerstand gebrochen war. Viel kam von den Andelfingern nicht mehr, während die Gastgeber weiter auf das Tempo drückten und zum Schluss definitiv zu hoch, aber nicht minder verdient, dank einer fulminanten zweiten Halbzeit mit 38:26 obsiegte.

Für die Seen Tigers geht es bereits am kommenden Mittwoch auswärts weiter, das Gastspiel beim SC Frauenfeld steht an. Die Thurgauer gehen als klarer Favorit in die Partie, nahmen sie doch in der vergangenen Spielzeit an den Relegationsspielen zur NLB teil und verstärkten sich auf die neue Spielzeit gezielt auf diversen Positionen. Kampflos werden die Tigers die zwei Punkte mit Sicherheit nicht hergeben, zu gross ist natürlich der Ehrgeiz und auch die Lust, dem Favoriten ein Bein zu stellen.