Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart müssen die Seen Tigers gegen die Pfader Neuhausen fast gewinnen, um sich noch Hoffnungen auf einen Finalrundenplatz zu machen. Mit der Partie Seen Tigers gegen Pfader Neuhausen kommt es zu einer Reprise Schweizer Sportgeschichte.

3 Spiele, 3 Niederlagen, 76:102 Tore. Die Statistik aus den letzten drei Spielen spricht eine eindeutige Sprache: der Saisonstart ist den Seen Tigers gründlich missglückt. Die Probleme sind so vielfältig wie offensichtlich, zum einen ist da die Defensive. Die Winterthurer spielen mittlerweile drei Deckungssysteme, jedoch keines wirklich gut. Zu wenig solidarisch, zu wenig agil auf den Beinen, das Deckungsverhalten der Winterthurer ist irgendwo zwischen pomadig und inexistent einzustufen, gleiches gilt für die Torhüterleistungen. Hinter dieser Deckung ist es jedoch auch nicht einfach. Zum anderen schalten die Tigers zu wenig schnell um. Und zwar in beide Richtungen. Kaum einmal sind sie über die zweite Welle, geschweige denn über die erste, erfolgreich. Dafür kassieren sie in der Rückwärtsbewegung zu viele Tore. Und dann ist da noch die mentale Komponente, ein kleiner Knicks und die Winterthurer sind schon fast gebrochen. In Gossau war es ein Schiedsrichterentscheid, der die Winterthurer komplett aus der Bahn warf, in Olten brauchte es gar nur ein Fehlwurf.
Die Pfader Neuhausen sind mit einer Überraschung in die Saison gestartet. Gegen Frauenfeld holten sich die Neuhauser einen Punkt. Doch dann fingen sie sich eine empfindliche Niederlage in St. Gallen ein. Nach einer schwachen ersten Halbzeit mit nur sieben erzielten Toren, resultierte eine 22:29 Niederlage. Auch sie stehen also noch ohne Sieg da. Für die Freunde der Statistik: Nach zwei Runden haben die Neuhauser die schwächste Offensive der Liga. Haben die Winterthurer darum heute die besseren Karten? Nein, eine solche Statistik ist nach zwei Spieltagen natürlich eine Lotterie, bis in den Winter werden sich die Werte nivellieren.



Die Partie zwischen den Seen Tigers und den Pfader Neuhausen ist aus einem ganz anderen Grund speziell. Denn mit den Pfader Neuhausen kommt ein Stück Schweizer Sportgeschichte in die Sporthalle Neuhegi. Ja, das letzte Aufeinandertreffen dieser Teams ging in die Analen der Handballgeschichte ein. Es war wahrscheinlich das kürzeste und gleichzeitig das längste Spiel der Handballgeschichte. Angepfiffen wurde das Spiel am 26.11.2017 um 17:00, offiziell abgepfiffen war es erst am 13.12.2017 um 20:41 Uhr. Es endete 33:33. Gespielt wurden zuerst 60 Minuten und am 13.12. dann nochmals drei Sekunden.
In diesen drei Sekunden fiel der Ausgleich für die Neuhauser. Aron Leu, der auch heute noch bei den Pfader Neuhausen spielt, traf per Siebenmeter gegen Eric Hauser und klaute den Winterthurern den Sieg. Dem dreisekündigen Kurzspiel ging ein juristisches Hickhack voraus. Nach einem Fehlentscheid oder besser: einem Nichtanwenden der neuen Regel durch die Schiedsrichter. legten die Pfader einen Spielfeldprotest ein und erzwangen diese doch eher skurrile Kurzpartie.
Nach einem solchen Saisonstart und diesen Erinnerungen an den «Punkteraub in der Mattenbachhalle» ist ein hungriges Tigerrudel zu erwarten. Die Punkte sollen dieses Mal ganz in Winterthur bleiben.



Wir freuen uns auf ein spannendes Spiel! HOPP TIGERS!!!